Die Poker-Schule von Jan Meinert

Montag, 26. Februar 2007

Mit großer Freude gebe ich bekannt, dass im Februar 2007 mein Pokerbuch im Droemer/Knaur Verlag erschienen ist. Die Idee zu diesem Buch spukte schon seit längerem in meinem Kopf herum. Schließlich habe ich sowieso die ganze Zeit die Leute mit dem Thema Poker zugetextet.

Das Buch war dann für mich eine gute Gelegenheit, diese Neigung voll auszuleben. Die Prämisse des Buches ist, dass man im Poker keine Erfolgsrezepte nach Schema F liefern kann. Für mich ist Poker da ähnlich wie eine Dschungelexpedition: Man muss sich vorher optimal ausrüsten - Wenn dann aber der Tiger vor einem auftaucht muss man selber entscheiden und handeln.

Die "Ausrüstung", die ich den Lesern an die Hand gebe, umfasst unter anderem folgende Themen:

- Regeln, Hold'em Varianten, Spielformen, Organisation eines Turniers oder Cash Games

- Beschreibung weiterer bekannter Pokervarianten

- Basic Strategien: Position, Pre-Flop-Play, Flop-Play, Turn-Play, River-Play

- Einteilung der Spieler: Tight-Loose, Aggressiv-Passiv, Spielertypen

- Spielkonzepte: Bluffing, Semi-Bluffing, Bluffs provzieren,
Slow-Play, Check-Raise, Free-Card-Play, Change-Gears, Blind-Stealing
- Poker-Psychologie: Grundstimmung, Spieler lesen,
Bettting-Patterns, Hände lesen, Bad-Beats, Tilt, Rush, Intimidating,
Table-Image, Pokertugenden

- Wahrscheinlichkeitsrechnung: Stochastik, Odds & Outs, Pot-Odds, Break-Even-Point, Implied-Pot-Odds, Reverse-Pot-Odds

- Überlegungen zu einzelnen Spielformen: Online-Poker, Heads-Up-Play, Trunier, Cash-Game, Casino, Home-Game

- Die häufigsten Fehler

- Poker Quiz

-Cheating, Bankroll-HourlyRate-MoneyManagement, Poker und Recht,
Pokerfilme, Pokerzitate, Poker und Drogen, Geschichte des WSOP uvm.

Es ging mir bei dem Buch in erster Linie darum, die Spielqualität der Leser auf pragmatische Art und Weise rasant zu verbessern und darum, sie mit dem Pokerfieber zu infizieren. Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals bei allen bedanken, die das Projekt möglich gemacht haben, vor allem bei meiner Lektorin Eleonore Delair, Martin Titaniceisberg, Daniel the Mellow Maniac, Psiforce-Anna und Hessenforce-Hilmar. Das neue Buch ist schon im Arbeit und wird bald erscheinen.

Amazon Link zum Buch

So, das wars fürs erste. Ich werde in diesem Blog wieder von mir hören lassen, wenn mir was auf der Pokerseele liegt oder wenn ich von einem Move gegen Martin berichten muss ;-)

Mein Tipp: High Stakes Poker

Samstag, 24. Februar 2007

Öden Euch die ständigen Turnierübertragungen mit langweiligen Online-Qualifikanten inzwischen auch an?
Befällt Euch bei Stefan Raabs Poker Nacht das Grauen?
Dann ist High Stakes Poker vielleicht die richtige Abwechslung!
In den USA läuft die TV-Show seit einem Jahr auf GSN, einem Kabelsender und befindet sich bereits in der dritten Staffel.
Dabei handelt es sich um ein Cash Game, an dem einige der bekanntesten Pros teilnehmen. Doyle Brunson, Daniel Negreanu, Mike "The Mouth" Matusow, Daniel Alaei, David Benyamine, Sam Farha, Antonio Esfandiari, ....
Gespielt wird No Limit Holdem, Minimum buy-in: 100.000 USD

Besonders schätze ich den Kommentator Gabe Kaplan, der sich zwischenzeitlich selbst ins Spiel einkauft und einigen in Erinnerung sein dürfte. Er kommentierte 1997 das WSOP Main Event, sein Interview mit Stu Ungar nach dessen 3. Titelgewinn war beeindruckend.

Mehr Infos: GSN.com

Die Folgen wurden auch in Teilen a 10 min auf YouTube eingestellt.

Link zur 3. Season

Spring Poker Festival 2007, Wien, 7. - 18. März

Samstag, 24. Februar 2007

Nach dem EPT Event in Dortmund geht der europäische Turnierzirkus ohne Pause in Wien weiter.

Das bekannteste österreichische Kartencasino, das Concord, richtet zusammen mit PartyPoker das Spring Poker Festival 2007 vom 7. - 18. März aus.

Nach dem Breakdown von PartyGaming in den USA bemühen sie sich zunehmend auf dem europäischen Markt mit gesponserten Events. Als Europäer kann ich mich darüber nur freuen.

Das Main Event hat 3.000 Euro buy-in und beginnt am 12. März. PartyPoker erwartet einen geschätzten Preispool von 900.000 Euro.

Es finden täglich Qualifier statt.

Weitere Infos unter: PartyPoker.com

Adresse:

Concord Card Casino

Geiselbergstraße 9

Ecke Karl-Gunsum-Gasse

A-1110 Vienna

Tel.: +43/1/749 01 36

Fax.:+43/1/749 01 36 - 19
eMail: event@ccc.co.at


Volles Haus!

Freitag, 23. Februar 2007


Ich spielte ernsthaft mit dem Gedanken meinen Pokertisch zu verkaufen. So schön er auch aussieht und das Wohnzimmer dominiert, so wurde er in den letzten Monaten von der guten, alten Runde verlassen.
Einige haben das Pokern aufgegeben, sind in andere Städte gezogen oder spielen inzwischen live in Casinos Die ewigen Differenzen über das buy-in und das ewige Zögern der NoLimitHoldemTurnierSpieler an einem anständigem cash game teilzunehmen stimmte mich auch nicht gerade optimistisch, als ich am Donnerstag eine Mail rausschickte und für den Samstagabend zu einer Pokerrunde einlud.
Selbst am Samstag Mittag war es noch unklar, ob die 6 Leute, die es sein sollten, auch kommen würden. Es war schliesslich Karneval.
Gegen 18 Uhr dann die Überraschung, das Telefon klingelte laufend und um 20:30 versammelten sich 16 Leute in meinem Wohnzimmer von denen 12 spielen wollten.
Wir starteten ein No Limit Holdem Turnier mit 2 Tischen. Jeder erhielt 5000 Startchips, die Blinds begannen bei 25/50, ein Level dauerte 20 min.
Die ersten beiden Level verliefen unheimlich zäh, es gab fast keinen Showdown und das Spiel war sautight. Meine Könige in früher Position bekamen nach einem Raise auf das 3fache der Big Blind leider keinen Kunden. So fing ich an looser zu spielen, habe mehrmals gelimped und so den ein oder anderen Pot aufpicken können.
Im dritten Blindlevel begann dann auch die Action. Es gab mehrere große Pötte und All-ins und die ersten 2 Spieler schieden mit schlechterem Kicker aus. ;-)

In dieser Phase gab es dann folgende Hand:
Michael raised den Blind 4fach. Alle folden, ich finde 2 Queens auf dem Button. Was nun? Michael ist auch eher tight, er wird schon was haben. Ich tippe auf ein kleines Paar oder AK, mit Assen oder Königen hätte er weniger erhöht. Ich entscheide mich für den Reraise, in der Hoffnung die Hand heads-up zu spielen.
Bei meinen Überlegungen habe ich leider Anna vergessen, die aufgeregt aus der BigBlind mit ihrem Shortstack all-in geht.
Michael schmeisst seine Karten weg. Starker Fold, kann ich da nur sagen.
Selbstverständlich calle ich den geringen Betrag mehr und schaue auf Annas Jacks. Als sie meine Queens sieht wird ihr klar, dass sie mich zwar richtig gelesen, aber das falsche getan hat.Das Board hilft ihr nicht und sie ist als 10. eliminiert.
Das war eine kleine Genugtuung für den Beat, den sie mir bei dem Turnier in Mainz verpasst hat, als ich mit Zehnen gegen ihr K9 verloren habe.

Der Final Table konnte starten.
Schnell war Hanno als nächster eliminiert und ich sollte auch bald dran sein, trotz meines überdurchschnittlichen Stacks.
Dazu brauchte ich gerade mal 3 Hände.

Hand 1:
Ollie, ein vorsichtiger rookie raised under the gun das 5fache der Blind, alle folden und ich schaue auf Jacks in der Big Blind.
Mir war klar, dass er eine starke Hand hat, mein erster Gedanke war die Jacks offen zu folden. Aber auch ich vertraute nicht auf meine Instinkte und machte den call.
Der Flop besteht aus low cards .Um zu wissen wo ich stehe spiele ich klein an, ungefähr ein Drittel des Pots. Er ging nur mit und die Hoffnung, dass er nur auf AK sitzt wurde genährt.
Der Turn war das gleiche Prozedere. Mit einer kleinen Wette kann ich ihn von einer großen abhalten. River ist eine Blank und ich checke. Er checked nach kurzem zögern auch und diesmal verliere ich mit Pocket Jacks gegen Queens.
Im Grunde war ich froh darüber, wie die Hand verlaufen ist. Ich habe relativ billig den Showdown mit einem Overpair gesehen, wobei mir klar war, dass es womöglich nicht reichen würde.
Ich war einfach zu neugierig , wollte wissen was er so spielt. Das zahlt sich die nächsten Male hoffentlich aus.

Hand 2:
Ich finde 77 und erhöhe in mittelerer Position das 4fache der Big Blind. Jan "Titanic" sagt raise, nennt dazu aber einen zu kleinen Betrag. Ich weise ihn darauf hin und auf einmal macht er nur einen Call. Streng genommen hätte er den raise vervollständigen müssen, aber ich fand es ok, zumal alle anderen Spieler folden. Der Flop kommt A68.
Ich checke, bereit den Pot bei einer Wette aufzugeben. Jan musste mich zu diesem Zeitpunkt geschlagen haben, mit AK oder einem höheren Paar als 7er. Er checked auch. Das hat mich überrascht, die Chance, dass er kein As hält steigt. Der Turn ist eine 9 und gibt mir zusätzliche outs durch einen open end straight draw. Was macht man in so einer Situation? Checke ich, wettet er höchstwahrscheinlich und ich muss die Hand aufgeben. Spiele ich an, schaffe ich es vielleicht, dass er ein höheres Pocket Pair aufgibt. Ich entscheide mich und wette den halben Pot. Jan geht daraufhin schnell all-in. Der Plan ist also geplatzt, er hat mehr chips als ich und definitiv die bessere Hand, ein höheres Paar oder sogar ein Set (Drilling). Ich zögere noch etwas und steige aus. Der Pot war auch teuer, es bleiben mir ca. 10 BigBlinds. Jan zeigt mir schliesslich seine Pocket Queens. Es war von mir nicht gerade gut gespielt, die Wette auf dem Turn war vermutlich falsch oder zu klein, aber den move hätte ich ihm nicht unbedingt zugetraut. Respekt!
Jan, das nächste mal habe ich das As oder ein Set, nimm dich also in Acht! ;-)

Hand 3:
4 Spieler limpen, ich sehe unter AJo in der Big Blind und gehe direkt all-in in der Hoffnung einfach nur den Pot ohne Flop zu kassieren.
Ollie called, er sitzt mit einem ziemlich großen Chipstapel links neben mir, alle anderen folden. Er dreht 66. Ok, damit kann ich leben. Ich bin nicht dominiert.
Der Flop KQX gibt mir noch die Zehnen als outs, aber es sollte einfach nicht sein und ich bin als 7. eliminiert.
Zwei Neue, Michael und Dirk, die zum ersten mal dabei sind, werden Erster und Zweiter.
Jan hat es mit seiner Titanic-Taktik (langsam untergehen) als 3. ins Preisgeld geschafft.
Herzlichen Glückwunsch.

EPT in Hohensyburg, 8. - 11. März, 2007

Freitag, 23. Februar 2007

Die European Poker Tour macht Stopp im Ruhrpott.
Vom 8. - 11. März 2007 findet im Westspiel-Casino Hohensyburg bei Dortmund das erste EPT Event in Deutschland statt. Es geht um ein Preisgeld von 2,35 Mio. Euro, wobei der Sieger ca. 700.000 Euro erhält. Die 500 Plätze für das 5.000 Euro buy-in Main Event sind bereits vergeben. Ein direkter buy-in ist nicht mehr möglich.
Über die Turnier-Hotline unter Tel.: 0049 (0)2 31/77 40 213 kann man sich auf eine Warteliste setzen lassen.
Es gibt aber noch Möglichkeiten sich über satellites zu qualifizieren.
Bei PacificPoker.com und Pokerstars.com finden z.B. noch bis Samstag, den 24.2. Qualifier statt.
Einen Tag vor Turnierbeginn, am 7. März, 19:00pm, bietet das Casino Hohensyburg ein Main Event Super Satellite an, buy-in: €300 - 1 rebuy - 1 add on
Für jeden Turniertag ist ein package fee (freier Eintritt, Buffet, Softdrinks, Bier, Tee und Kaffee) in Höhe von 50 € bzw. 60€ zu entrichten. (auch Besucher)

Weitere Infos: www.europeanpokertour.com

Casino Hohensyburg/Dortmund
Hohensyburgstraße 200
44265 Dortmund
Tel: +49 02 31 / 77 40-0
Fax: +49 02 31 / 77 40-116
E-mail: info.ho@westspiel.de

Tournament Schedule
March 7 19:00pm Hohensyburg Open: Main Event Super Satellite - €300 - 1 rebuy - 1 add on (+50 € package fee)
March 8 15:00pm EPT Main Event Day 1A -- €5,000 freezeout (+60 € package fee)
March 9 15:00pm EPT Main Event Day 1B (+60 € package fee)
March 10 15:00pm EPT Main Event Day 2 (+60 € package fee)
March 10 19:00pm Hohensyburg Open -- €1,000 freezeout (+50 € package fee)
March 11 15:00pm EPT Main Event Final Table (+60 € package fee)
March 11 19:00pm Hohensyburg Open -- €500 freezeout (+50 € package fee)