Verheugen rügt Online-Wettverbot in Deutschland

Samstag, 24. März 2007

Berlin (APA/ag.) - Das von den
deutschen Bundesländern geplante Verbot für Online-Wetten ist nach
Einschätzung der EU offenbar nicht zulässig. Die EU-Kommission droht im
Falle der Umsetzung mit rechtlichen Schritten, wie Kommissar Verheugen
an die deutschen Ministerien für Äußeres und Wirtschaft schrieb.
Verheugen habe laut "Welt am Sonntag" in dem Schreiben ein Ultimatum
von einem Monat gesetzt.



In dem Schreiben heißt es demnach, das Online-Verbot von Lotto und
Wetten sei keine geeignete Maßnahme zum Erreichen der Ziele der
Spielsuchtbekämpfung und des Jugendschutzes. Vielmehr könne das Verbot
als unverhältnismäßig eingestuft werden, da die Suchtbekämpfung auch
mit weniger einschränkenden Maßnahmen erzielbar sei. Der Entwurf der
Ministerpräsidenten erhalte keinen Beleg dafür, dass "eine tatsächliche
Gefahr der Spielsucht im Internet in Deutschland vorliegt". Die
Ministerpräsidenten hatten argumentiert, im Internet sei die
Spielsuchtgefahr besonders hoch, da es wegen der Anonymität der Spieler
keine soziale Kontrolle gäbe. Das ist laut EU-Kommission nicht korrekt,
da man Spieler theoretisch verpflichten könnte, sich vorab bei den
Wettanbietern zu registrieren. Dazu komme, dass sich das geplante
Staatsmonopol nur auf Lotto und Sportwetten beschränke, "nicht aber auf
Glücksspiele, die eine viel höhere Gefahr der Spielsucht aufweisen".
Das seien laut Kommission zum Beispiel Glücksspielautomaten und
Pferdewetten.

Online-Poker ist glücklicherweise noch nicht im Focus der politischen Kämpfer für das Staatsmonopol.

Türkei verbietet Online-Poker

Mittwoch, 21. März 2007

Die türkische Regierung hat das Online-Glücksspiel
verboten. Mit 70 Millionen potentiellen Kunden entfällt somit ein
lukrativer Markt für Firmen wie Bwin und Betsson Poker, die in der
Türkei bereits gut Fuß fassen konnten.
Bwin wird die Gesetzgebung ohne Einschränkungen akzeptieren und die
türkischen Spieler außen vor lassen. Bettsson wird sicherlich schnell
folgen.

Schade für die vielen türkischen Spieler. Es gilt aber immer:

Wer ein Game sucht, wird auch eins finden!

Poker sorgt für Casino-Boom

Montag, 19. März 2007
Einem Bericht der NRZ Online zufolge, hat die Westspiel-Gruppe, einer der größten Casino-Betreiber Deutschlands im vergangenen die Zahl der Besucher deutlich steigern können. Von bislang 1,45 Millionen konnte die Zahl auf nunmehr 1,48 Millionen hochgeschraubt werden.

Diese Steigerung ist insbesondere dem ungebrochenen Poker-Boom im Lande zu verdanken.

In dem Artikel heißt es: Vor allem Poker habe sich zu einem Besuchermagneten entwickelt, berichtete eine Firmensprecherin

Insgesamt betreibt Westspiel sieben Casinos in Bremen, Berlin, Thüringen und in Nordrhein-Westfalen.

Pokerfieber auch in Österreich

Sonntag, 18. März 2007
Dass das Pokerfieber seit einiger Zeit in Deutschland grassiert, dürfte hinlänglich bekannt sein. Doch auch unsere südlichen Nachbarn in Österreich haben das "Texas Hold´em" für sich entdeckt.

In einem durchaus lesenswerten Artikel, widmet sich Networld.at diesem Phänomen. So lesen wir:


Poker - das gehörte in den Köpfen der Menschen vor nicht allzu langer Zeit noch zu zwielichtigen Typen in verrauchten Hinterzimmern. Doch nachdem in den USA und Großbritannien der Bluffer-Boom bereits 2004 eingesetzt hat, begann sich im Vorjahr auch in Österreich das Blatt zu wenden. Geschätzte 90.000 Zocker treffen sich mittlerweile regelmäßig zwischen Bregenz und Wien, um gemeinsam zu spielen. Die absolute Mehrheit davon nicht des Geldes, sondern einfach der kribbelnden Unterhaltung wegen.


Gespielt wird in erster Linie in privatem Rahmen doch auch die zahlreichen Casinos des Landes haben den Trend erkannt und veranstalten Pokerturniere.

Interview mit Eduard Scharf beim WDR

Montag, 12. März 2007
Ein durchaus interessantes Interview mit dem deutschen "Pokerstar" Eduard Scherf findet sich auf der Webseite des WDR. So erfahren wir beispielsweise auf die Frage, was einen guten Pokerspieler ausmacht:


Disziplin, Geduld und mathematisches Verständnis sind sehr wichtig. Aber es ist auch wichtig, sein Gegenüber richtig einschätzen zu können und den Überblick zu behalten. Ich muss quasi eine Datenbank im Kopf erstellen - ähnlich wie ein Schachspieler. Der überlegt ja auch nicht Zug um Zug. Sondern er weiß, eine ähnliche Situation kann diese oder jene Fortsetzung ergeben. Das ist beim Poker genau so.


Doch auch Fragen nach dem Leben als Pokerspieler oder Tipps für Poker-AnfängerInnen werden gegeben.

Prädikat: Lesenswert!

Poker-Channel künftig bei Kabel-BW

Montag, 12. März 2007
Gute Nachrichten für alle süddeutschen Pokerfans. Einem Bericht bei Sat und Kabel zufolge, hat sich der baden-württembergische Kabelbetreiber Kabel BW dazu entschlossen, künftig auch den britischen "Poker Channel" auszustrahlen. Weiter heißt es in dem Artikel:


Der Sender wird digital und unverschlüsselt im Basispaket ausgestrahlt, ist damit mit jeder Settop-Box zu empfangen. Zusätzliche Gebühren fallen neben dem Entgelt für einen Kabelanschluss nicht an. Übertragen werden internationale Turniere und Events wie das "Million Dollar Cash Game".


Eine prima Sache!

Interview mit Jan Meinert

Dienstag, 6. März 2007

Jan Meinert ist Rechtsanwalt in Köln und Autor des Buches „Die Poker-Schule“

Ein Poker spielender Rechtsanwalt – wie passt das zusammen? Sehr gut. In meinem Job kommt es ständig darauf an, die Menschen zu durchschauen und sie abzuschätzen. Rasselt der nur mit den Säbeln? Oder steckt wirklich etwas dahinter.

Kann man beim Pokern fürs Leben lernen?

Durch das Pokern wird man zum menschlichen Lügendetektor. Man lernt vor allem Menschenkenntnis. Im ganzen Leben tricksen die Leute sich durch, geben vor etwas anderes zu sein, als sie sind. Es ist von Vorteil andere zu durchschauen. Ob das jetzt im Gerichtssaal ist, in der Wirtschaft oder bei der Partnerwahl.

Und man lernt auch selbst den Bluff fürs Leben?

Am Pokertisch ist man unter Geiern. Man wird ständig intensiv beobachtet. Es gilt in sich zu versinken, einen Schutzwall aufzubauen. Es ist extrem anstrengend, ein Pokerface aufzusetzen. Irgendwie gibt man nämlich immer so genannte „Tells“ ab. Körpersprache ist immer da. Wenn jemand merkt, dass ich eine gute Hand habe, ist sie nichts mehr wert. Dann setzt keiner mehr Geld.

Wie halten Sie ihr Pokerface aufrecht?

Man kann in Gedanken ein Gedicht aufsagen oder im Geiste das Vater Unser beten.

Was halten Sie von Frauen am Pokertisch?

Frauen haben bessere soziale Antennen. Sind besser darauf trainiert, Gefühle und innere Bewegungen zu lesen. Beim Pokern muss man völlig unterkühlt bleiben. Man braucht ein Herz aus Stein. Wenn eine schöne Frau am Tisch sitzt, hat sie einen klaren Vorteil. Dann sind Männer nicht mehr emotionslos, machen das Macho-Ding, denken: „Jetzt muss ich erst Recht gewinnen“. Dann hat sie schon fast gewonnen.

Sie haben eine „Poker Schule“ geschrieben. Kann man damit reich werden?

Beim Schachspiel zählt nur Können. Beim Roulette ist alles Glückssache. Poker liegt genau dazwischen. Lernen kann man Poker in zehn Minuten. Es zu beherrschen braucht ein ganzes Leben. Es ist gut, die Wahrscheinlichkeitsrechnung zu können. Wie wahrscheinlich ist es, dass noch ein Flush oder eine Straße kommt? Bei den großen Turnieren gewinnen immer dieselben Spieler. Die haben viel Erfahrung. Dann kann man mit Poker reich werden. Man kommt mit hundert Euro und geht mit mehreren tausend Euro nach Hause.Wem würden Sie gerne mal Poker beibringen?

Stefan Raab. Wenn ich den beim Spielen im Fernsehen sehe, denke ich mir: Bleib auf deinem Wok sitzen.

Jan Meinert: Die Poker-Schule, Knaur-Verlag, 7,95 Euro

Erschienen im Kölner Stadt-Anzeiger, 2007, Nr. 55