Andreas Hoivold aus Norwegen gewinnt das EPT Dortmund

Montag, 12. März 2007

Der Norwegische Profi Andreas Hoivold hat die ersten EPT German Open gewonnen. Es fand im Casino Hohensyburg bei Dortmund statt und war mit 493 Teilnehmern das bisher größte EPT Event.
Der 35-Jährige aus Kristiansand konnte nach 4 Turniertagen Texas Holdem ein Preisgeld von 672.000 Euro verbuchen.
Zweiter wurde der 26jährige Fußballreporter Christiano Blanco, der 380.000 Euro in seine Heimat Italien mitnehmen kann.
Den dritten Platz erreichte Sebastian Ruthenberg aus Hamburg, der sich laut EPT durch PokerStars Frequent Player Points Satellites qualifiziert hat.
Mit seinen 23 Jahren ist er allerdings kein Rookie sondern hat bereits sehr erfolgreich auf größeren Turnieren abgeschnitten und es heisst, dass er in den Hamburger cash games auch gut vorne liegt.
Seine Enttäuschung über das Ausscheiden ist verständlich. Die entscheidende Hand war nach einer hervorragenden Performance am Finaltisch etwas unglücklich gespielt. Er hält als Chipleader in der Big Blind A5 in pik und geht auf dem Turn gegen eine Wette von Andreas all-in.
Er hat einen flushdraw kombiniert mit einen gutshot straight draw. Andreas called mit KK, somit würden auch die 3 verbleibenden Asse im Deck helfen. Der River bringt keins von Sebastians 15 outs und Andreas doubles up. Dem ehemaligen Chipleader verbleiben ca. 100.000 chips, weniger als 2 Big Blinds und er geht die nächsten beiden Hände all-in. Die erste Verdoppelung schafft er mit mit A2, das 2. All-in verliert er mit A3o gegen einen Drilling und scheidet aus.
220.000 Euro Preisgeld werden ihn vielleicht etwas trösten.

Interview mit Jan Meinert

Dienstag, 6. März 2007

Jan Meinert ist Rechtsanwalt in Köln und Autor des Buches „Die Poker-Schule“

Ein Poker spielender Rechtsanwalt – wie passt das zusammen? Sehr gut. In meinem Job kommt es ständig darauf an, die Menschen zu durchschauen und sie abzuschätzen. Rasselt der nur mit den Säbeln? Oder steckt wirklich etwas dahinter.

Kann man beim Pokern fürs Leben lernen?

Durch das Pokern wird man zum menschlichen Lügendetektor. Man lernt vor allem Menschenkenntnis. Im ganzen Leben tricksen die Leute sich durch, geben vor etwas anderes zu sein, als sie sind. Es ist von Vorteil andere zu durchschauen. Ob das jetzt im Gerichtssaal ist, in der Wirtschaft oder bei der Partnerwahl.

Und man lernt auch selbst den Bluff fürs Leben?

Am Pokertisch ist man unter Geiern. Man wird ständig intensiv beobachtet. Es gilt in sich zu versinken, einen Schutzwall aufzubauen. Es ist extrem anstrengend, ein Pokerface aufzusetzen. Irgendwie gibt man nämlich immer so genannte „Tells“ ab. Körpersprache ist immer da. Wenn jemand merkt, dass ich eine gute Hand habe, ist sie nichts mehr wert. Dann setzt keiner mehr Geld.

Wie halten Sie ihr Pokerface aufrecht?

Man kann in Gedanken ein Gedicht aufsagen oder im Geiste das Vater Unser beten.

Was halten Sie von Frauen am Pokertisch?

Frauen haben bessere soziale Antennen. Sind besser darauf trainiert, Gefühle und innere Bewegungen zu lesen. Beim Pokern muss man völlig unterkühlt bleiben. Man braucht ein Herz aus Stein. Wenn eine schöne Frau am Tisch sitzt, hat sie einen klaren Vorteil. Dann sind Männer nicht mehr emotionslos, machen das Macho-Ding, denken: „Jetzt muss ich erst Recht gewinnen“. Dann hat sie schon fast gewonnen.

Sie haben eine „Poker Schule“ geschrieben. Kann man damit reich werden?

Beim Schachspiel zählt nur Können. Beim Roulette ist alles Glückssache. Poker liegt genau dazwischen. Lernen kann man Poker in zehn Minuten. Es zu beherrschen braucht ein ganzes Leben. Es ist gut, die Wahrscheinlichkeitsrechnung zu können. Wie wahrscheinlich ist es, dass noch ein Flush oder eine Straße kommt? Bei den großen Turnieren gewinnen immer dieselben Spieler. Die haben viel Erfahrung. Dann kann man mit Poker reich werden. Man kommt mit hundert Euro und geht mit mehreren tausend Euro nach Hause.Wem würden Sie gerne mal Poker beibringen?

Stefan Raab. Wenn ich den beim Spielen im Fernsehen sehe, denke ich mir: Bleib auf deinem Wok sitzen.

Jan Meinert: Die Poker-Schule, Knaur-Verlag, 7,95 Euro

Erschienen im Kölner Stadt-Anzeiger, 2007, Nr. 55

Site Review: PacificPoker

Dienstag, 6. März 2007

Im Februar entschloss ich mich nach ein paar bösen Sessions bei Party ein bisschen die Bonusnutte zu spielen und eine neue Seite auszuprobieren.
Meine Wahl viel auf PacificPoker.com aus dem Hause des rennomierten Onlinegaming-Anbieters 888. Ich kaufte mich bequem per Neteller ein.
Der 25% Bonus, 100$, wurde im Gegensatz zu anderen Seiten sofort gutgeschrieben und stand direkt zum Spielen zur Verfügung.
Eine Auszahlung ist natürlich erst möglich, wenn ein gewisses Spielpensum erreicht wurde. Bei Pacific ist keine bestimmte Anzahl an raked hands pro Bonusdollar erforderlich, sondern es muss mindestens der 20fache Betrag in eigenen Wetten erfolgt sein. Selbstverständlich zählen nur die Wetten bzw. Spiele, bei denen ein Rake einbehalten wurde.
Für einen tighten Spieler, der ohnehin nur wenige Hände spielt, dauert es also etwas länger als bei den loose aggressiven Spielertypen.

Die Software ist übersichtlich und im Großen und Ganzen okay. Die Tische lassen sich auch beim multitabling gut verfolgen. Ein Nachteil für Spieler ohne großen Monitor mit hoher Auflösung (1600) ist die Tatsache, dass sich die Größe der Tische nicht einstellen lässt. Mit meinem 21 Zoll Wide Screen auf maximaler Auflösung konnte ich bequem 3 Tische spielen.

Die Spiele sind sehr soft, es verirren sich einige Donks in die mittleren Limits (3/6) die z.B. bei Pokerstars kaum noch anzutreffen sind. Es sind laufen immer ausreichend Full Ring Games. US-Amerikaner sind ausgeschlossen.

Manche Turniere sind aufgrund von gelegentlichen overlays interessant, so z.b. das 10.000$ guaranteed mit 15 + 1,50 $ buy-in oder auch das sonntägliche 75.000 $ guaranteed bei dem man für 65 + 5 $ dabei ist.

Eigentlich gefällt mir die Seite ganz gut, es gibt aber gravierende Mängel:

1. Für den PokerTracker ist ein kostenpflichtiges Zusatzmodul erforderlich, dass die Hände ausliest. Es gibt keine HandHistories. Somit können nachträglich auch keine Hände eingesehen werden, die beim Showdown noch dabei waren aber nicht gezeigt wurden.

2. Die Cash Out - Dauer ist einfach inakzeptabel. Von Beantragung bis erfolgter Auszahlung auf mein Neteller Konto ist eine ganze Woche vergangen.

3. Der Support braucht für einfache Anfragen 2 Tage.

Aufgrund dieser Nachteile, insbesondere dem extrem langsamen cach out, kann ich die Seite nicht empfehlen. Ab heute heisst es wieder Party


down swing

Donnerstag, 1. März 2007



Ich bin aus dem Zwischentief raus und bin gestern Abend auf einen neuen Höchststand geklettert.
Vor knapp 2 Wochen war ich noch fast 300 BigBets hinten. Es war einer der Phasen, in denen die Gegener laufend ihre outs auf turn und river treffen, die eigenen sets reihenweise verlieren, man seine draws verpasst und die wirklichen Monster nicht ausgezahlt werden.
In den letzten Tagen habe ich wieder ordentlich kassiert. Es ist Zeit für den nächsten Rush.
Durch schlechte Phasen darf man sich nicht entmutigen lassen, jeder winning player macht diese durch.
Wichtig ist, dass man die Nerven behält und sein Spiel noch etwas solider als sonst gestaltet.
Ich versuche mich dann auf mein game, meinen Stil zu konzentrieren und verzichte weitestgehend auf moves und vermeide noch stärker den Hang zum fancy play, dem ich auch immer wieder mal erliege. Tight ist Right, insbesondere in diesen Situationen, die Swings müssen minimiert werden.

Straight forward ist das Stichwort: Wette wie immer die guten Starthände, aber sei auch bereit diese schon auf dem Flop aufzugeben, wenn es nicht trifft. Das gilt vor allem für Multiway Pots. Immer wieder sieht man eigentlich solide Leute, die mit As König (AK) die auf einem kleinen Board (nur low cards) noch auf dem Flop und Turn bezahlen. Im schlimmsten Fall wird ein Freecardplay versucht, es wird der Flop geraised, man trifft sein As auf dem Turn, um dann gegen 2 Paar „Asse und rags“ zu verlieren, weil ein looser Spieler mal wieder mit seinem As mit schlechtem Kicker dabei war.

Das ist Limit Holdem!!!

Um mit solchen Händen weiterzuspielen ist die größe des Pots entscheidend und man sollte zusätzliche Outs zu Flushs oder Straßen haben. Ich calle lieber mit QJ oder KQ overcards als mit AK.
Wenn es mal wieder nicht läuft spiele ich auch nur wenige suited Connector und kleine pocket pairs, sie unterliegen großen Schwankungen und bringen wirklich nur langfristig Profit, wenn sie in den richtigen Situationen gespielt werden. Position ist fast alles! Kurzfristig können sie sehr teuer werden.

Party Reload

Donnerstag, 1. März 2007

PartyPoker.com bietet dieser Tage für einige seiner Kunden wieder einen Reload Bonus an. Dieser ist individuell und liegt je nach Spieler zwischen 15 und 30%, max. 100$.

Diejenigen, die dieses Angebot nicht erhalten haben, sollten sich einfach an den Support von PartyPoker wenden und nachfragen. Sie bemühen sich zur Zeit sehr und machen durchaus besondere Offerten.

Ich habe die letzten Wochen bei PacificPoker gespielt (angenehm fishy, mehr dazu später) und hatte meine Bankroll von Party vollständig abgezogen.

Der Reload-Bonus wurde mir nach dem Einloggen dennoch nicht angezeigt.

Um mich als Kunden zurückzugewinnen, haben Sie mir schließlich aufgrund meiner Anfrage einen 20% Bonus angeboten mit nur 5 erforderlichen raked hands pro Bonus Dollar. ;-)

Alles andere hätte mich aber auch gewundert, bin ich doch dort seit fast 5 Jahren Stammspieler.



"Party Reload" vollständig lesen