Poker-Club Salzburg
Während meines Urlaubs hat mich dann doch noch die Pokerlust gepackt und ich bin für einen Abend über die Grenze ins nahe gelegene Salzburg aufgebrochen.
Als Deutsche können wir die Österreicher und ihre liberalen Möglichkeiten Pokerräume zu betreiben nur beneiden.
Die Geburtsstadt Mozarts mit seinen gerade mal 150.000Â Einwohner bietet 4 Pokerclubs und 1 Casino.
Ich entschied aufgrund der guten Lage (direkt an der Autobahnausfahrt Nord hinter MacD) für den POKER-CLUB Salzburg-Nord (www.poker-club.at).
Ich traf an einem Donnerstag gegen 19 Uhr dort ein, an den 8-9 Tischen war absolut nix los. Dafür konnte ich mich noch für ein 20 € rebuy Turnier anmelden, dass um 20 Uhr starten sollte. 53 Spieler waren schließlich dabei.
Den ersten buy-in bekommt man als neuer Gast vom Club spendiert. Also nahm ich die Gelegenheit war, auch wenn ich mehr an einem cash game interessiert war. Die gab es erst nachdem die rebuy-Phase von 1h vorbei sein sollte. Ich schaffte es im 4. blind level (jeweils 20 min), in einer der ersten Hände nach der rebuy Phase ohne einen einzigen Pot gewonnen zu haben, auszuscheiden.
Das Spiel war bis dahin crazy und ich leider card dead. Ich musste 2 -3 spielbaren Hände preflop folden nachdem 2 Spieler all-in gingen und erwischte selbst aus den blinds keinen Flop. Meine beste hand war bis dahin AQo.
Nun aber zu der Hand mit der ich mich verabschiedete.
Level 4, Blinds 75/150, ich habe ca. 4.800 in chips. Ein preflop sehr loose und aggressiv spielender Typ rechts neben mir ist under the gun und eröffnet mit 450, ich erhöhe mit einem Pocket Pair Zehnen auf 1.000. Ein älterer, zahnloser Gambler, der vorher schon mal mit J8s zwei all-ins mitgegangen ist und gewann, callt noch in der small blind.
Der Flop geht auf mit TJ8. Ich treffe mein Set in einem gefährlichen Flop.
Mr. Zahnlücke wettet ohne Zögern 2.000 Chips, UTG steigt sofort aus und ich überlegte mir: Gleich all-in pushen oder bis zum Turn warten? Was hat der Kerl? JJ schließe ich aus, die hätte er nach meinen bisherigen Beobachtungen preflop all in gespielt.
Er hat den größeren Stack. Ich entschied mich also für den Turn und callte nur. Auf dem Turn geht alles rein, der Pot ist groß und ich komm ohnehin nicht mehr aus der Hand. Im besten Fall feuert er mit wenig bis gar nichts weiter. So nahm ich es mir vor.
Es turnt ein König, im Pot liegen 7.150 chips und die Zahnlücke geht sofort all-in. Ich schätzte ihn auf  2 Pair, ein Set Achten oder einen puren Bluff. AQ hielt ich aufgrund seiner Flop Wette in 2 weitere Spieler für unwahrscheinlicher, ist aber nicht auszuschließen. Ich callte also mit meinen letzten 1.800 chips. Der Bastard deckt natürlich den Straight mit AQ auf. Shit, also brauche ich doch noch das Full. Der River paart das Board leider nicht und ich konnte mir ein cash game suchen.
Es wurde PotLimit Holdem und später auch Omaha angeboten. Die Blinds sind 1/2, Minimum buy-in ist 20 Euro, ;-), Maximum 200 Euro. Mit gerade mal 100 Euro kaufte ich mich am höchsten ein.
Die Leute dort ziehen lieber mehrmals 50 Euro auf. In Salzburg läuft es eben eine Nummer kleiner ab als in deutschen Casinos. Ich fand es okay, der Holdem-Tisch war sehr soft und angenehm zu spielen. Die Dealer sind gut ausgebildet und locker im Umgangston. Es wird sich z.B. nur geduzt.
Im Spiel wurde viel gelimpt und bis auf wenige Ausnahmen eher passiv agiert. Das konnte ich mit ein paar Karten ausnutzen, so dass ich meinen buy-in vervielfachen konnte.
Ich verbrachte also einen angenehmen, unterhaltsamen Abend unter Österreichern. Das Publikum war größtenteils zwischen 20 und Mitte 30, gemischt mit ein paar jung gebliebenen bis ca. 50.
Nur an den Dialekt und das Flaschenbier konnte ich mich nicht gewöhnen. Nach 2 1/2 h cash game und 2 Heineken bekam ich Kopfschmerzen und entschied mich den Abend zu beenden. An der Sprache lag es nicht. Der Spruch eines der etwas besseren Spieler in schönstem österreichischen Schmäh ließ mich den ganzen Abend schmunzeln:
„Das Pech, dass i an ainem obend hab, haben andere im gonzen Joa nät.!“
