Poker als Lebensschule
Die Wirtschaftszeitung Financial Times Deutschland hat mich die Tage mit einem Artikel über die Ansichten des Juraprofessors Charles Nesson aus Harvard überrascht.
Nessons Konzept, dass er diese Woche auf einer Konferenz in Singapur vorstellen wird: Die Menschheit soll mehr Poker spielen. Und schon lösen sich die meisten gesellschaftlichen Probleme wie von selbst.
Er möchte das Kartenspiel weltweit an Schulen und Universitäten etablieren.
"Poker lehrt, selbstständig zu denken, es ist eine wesentliche Komponente der Individualität und ein zentraler Aspekt für das Verwalten der eigenen Ressourcen", sagt Nesson. Entscheider in der Wirtschaft könnten vom Poker lernen, wie man Verhandlungsgegner in die Falle laufen lässt. Teenager könne das Spiel Tugenden wie Geduld, Selbstbeherrschung und Respekt lehren. Jurastudenten verstünden durch Poker das Beweisrecht besser, und Diplomaten könnten die Kunst des Bluffens gewinnbringend in den internationalen Beziehungen anwenden. Für das persönliche Finanz- und Risikomanagement schließlich gebe es ohnehin kein besseres Lehrmittel als Poker, ist Nesson überzeugt. Durch das Kartenspiel lerne man, das Optimum aus den verfügbaren Ressourcen herauszuholen - und man lerne, wie man mit Anstand verliert.
Den vollständigen Artikel findet sich in der FTD vom 20.08.2007
Ich hoffe von Charles Nesson noch mehr zu hören. Als Pokerspieler teilt man natürlich sehr gerne seine Ansichten.
Dennoch erinnert er mich ein bisschen an den Wissenschaftler
Timothy Leary, der in den 1960er und 1970er Jahren berühmt wurde, da er den freien und allgemeinen Zugang zu bewusstseinsverändernden Drogen propagierte.

