WSOP 2008: Der neue Weltmeister steht erst im November fest

Freitag, 2. Mai 2008

Zuerst hielt ich es für eins der üblichen, unsinnigen Gerüchte in den twoplustwo-Foren, bis ich heute die offizielle Bestätigung von Harrah´s Entertainment, dem Veranstalter der WSOP las. Das Main Event startet wie geplant am 3. Juli, dann wird bis zum 14. Juli gespielt, an dem die 9 Teilnehmer des Finaltisches feststehen.  Der Final Table des Main Events wird auf Wunsch von ESPN, dem übertragenden Fernsehsender, erst ab dem 9. November ausgespielt.

Um eine nur um wenige Stunden verzögerte Fernsehübertragung zu gewährleisten verschob man kurzerhand das Finale um 16 Wochen. Die Berichterstattung über die WSOP beginnt bereits am 22. Juli und findet schliesslich ihren Höhepunkt am 10. November mit dem heads up play.

Für die Fernsehzuschauer mag es so interessanter sein, das Spiel verliert dadurch leider an Wert. 16 Wochen haben die Finalisten Zeit, um Absprachen zu treffen, sich coachen zu lassen, das Spiel der Gegner im TV zu studieren. Einige werden ihr Spiel in dieser Zeit komplett umgestellt haben. Es ist einfach ein Witz, zumal der Finaltisch aufgrund der Größe des Feldes bestimmt wieder nur aus einer Horde von glücklichen Amateuren bestehen wird.

Auf einen Teil des Gewinns muss man allerdings nicht so lange warten. Jeder der 9  Finalisten erhält mit der Qualifilkation für den Final Table bereits den Betrag in Höhe des Preisgeldes für den 9. Platz. Das restliche Geld wird angelegt und die Zinsen dem Preispool hinzugefügt. Das ist noch das Positive an dieser ansonsten spielerunfreundlichen Regelung.

Anschauen werde ich es mir wahrscheinlich nicht, denn der eigentliche Weltmeister ist für mich ohnehin der Gewinner des 50.000$ buy-in H.O.R.S.E.-Events. Der Sieger steht laut offiziellem Zeitplan bereits nach 5 Tagen am 29. Juni fest und ist wahrscheinlich wie in den letzten Jahren ein bekannter Pro. Dieser Finaltisch wird (hoffentlich) nicht verschoben.

Barack Obama the poker player

Donnerstag, 7. Februar 2008

Der bekannte Poker Autor James MacManus („Positively Fifth Street“) ist in der aktuellen Ausgabe von The New Yorker mit einem interessanten Artikel vertreten. Er wirft einen Blick auf die pokerspielende Seite des US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama.

Ein Ausschnitt:

Obama never played for high stakes. Only on a very bad night could a player drop two hundred dollars in these games, typical wins and losses being closer to twenty-five bucks. Link describes Obama as a “calculating” cardplayer, avoiding long-shot draws and patiently waiting for strong starting hands. “When Barack stayed in, you pretty much figured he’s got a good hand,” former Senator Larry Walsh once told a reporter, neglecting to note that maintaining that sort of rock-solid image made it easier for Obama to bluff.

Zum Artikel geht es hier: The New Yorker, 04. Feb. 2008, Dept. of Odds
Man wird sehen wie gut Obamas Karten im laufenden Wahlkampf sind. Der Big Stack an Wahlkampfgeldern ist er bereits.


Es gibt sogar Unterstützung von einigen prominenten, bloggenden Las Vegas High Stakes Spielern. Link

Arme Dänen

Sonntag, 27. Januar 2008

Nein, heute ist nicht der erste April, so fühlte ich mich aber beim Lesen eines Artikels im Tagesspiegel:

Wenn die Steuerfahndung pokert

In Dänemark versuchen Finanzbeamte, Gewinnern aus Online-Glücksspielen auf die Schliche zu kommen.

Von André Anwar

KOPENHAGEN - Was für ein Job. Der ehrenwerte Beruf des Steuerbeamten gilt im Volksmund als grau, bieder, langweilig. Die dänische Finanzbehörde „Skat“ straft dieses Gerücht nun Lügen. In Kopenhagen dürfen die Beamten des wohl bekanntesten Amtes des Königreichs täglich im Internet bei Pokerturnieren ihre Geschicklichkeit, ihr Talent zum Bluffen und ihre Risikobereitschaft unter Beweis stellen. Und das Schönste ist: Für verlorene Einsätze müssen die Beamten nicht selber zahlen. Dafür stehen Steuergelder zur Verfügung.

Das Online-Poker-Projekt soll jedoch nicht nur zur Auflockerung der Atmosphäre in den dänischen Finanzämtern beitragen – auch wenn dies unbestreitbar ein Nebeneffekt ist. Eigentlich geht es den Steuerbeamten darum, Internet-Pokerspieler mit dänischer Staatsbürgerschaft zu entlarven, wenn sie ihre beim Zocken gemachten und teils beträchtlichen Gewinne nicht ordnungsgemäß versteuern.[...]

Hier geht´s zum Artikel

Eigentlich kann ich das ja nicht glauben, aber nun gut, nehmen wir mal an, dass dänische Finanzbehörden tatsächlich den Online Pros auf die Schliche kommen wollen. Ohne Kooperation mit den entsprechenden Pokeranbietern halte ich das für kaum möglich. Oder jemand ist so unvorsichtig und gibt irgendwo seine wahre Identität preis.

Hoffen wir mal, dass diese Neugier der Finanzämter in Europa keine Schule macht.

Limit Holdem Monster Pot

Samstag, 26. Januar 2008

Hier ist die Hand mit dem Monsterpot in Limit Holdem.

Party Poker 5$/10$ Hold'em (10 handed) Party-Poker Converter Tool from FlopTurnRiver.com


Preflop: Hero is MP3 with 8, 8.
UTG calls, UTG+1 calls, UTG+2 raises, 2 folds, Hero calls, CO calls, Button 3-bets, 2 folds, UTG caps, UTG+1 calls, UTG+2 calls, Hero calls, CO calls, Button calls.

Flop: (25.40 SB) 4, 5, 8 (6 players)
UTG bets, UTG+1 calls, UTG+2 raises, Hero 3-bets, CO calls, Button calls, UTG calls, UTG+1 calls, UTG+2 caps, Hero calls, CO calls, Button calls, UTG calls, UTG+1 calls.

Turn: (24.70 BB) 5 (6 players)
UTG checks, UTG+1 checks, UTG+2 bets, Hero raises, CO calls, Button calls, UTG 3-bets, UTG+1 calls, UTG+2 calls, Hero caps, CO calls, Button calls, UTG calls $80 (All-In), UTG+1 calls, UTG+2 calls.

River: (55.70 BB) Q (6 players, 1 all-in)
UTG+1 checks, UTG+2 checks, Hero bets, CO calls, Button folds, UTG+1 folds, UTG+2 calls.

Final Pot: 58.7 BB
Main Pot: 48.70 BB, between UTG+2, Hero, CO and UTG.
Pot 2: 10 BB, between UTG+2, Hero and CO.

Results in white below:
UTG has Ah Ac (two pair, aces and fives).
UTG+2 has Ks Kh (two pair, kings and fives).
Hero has 8c 8d (full house, eights full of fives).
CO has 7s 7c (two pair, sevens and fives).
Outcome: Hero wins 58.70 BB.

 Es ist schon erstaunlich wie unvorsichtig Leute sind und Ihre Overpairs überspielen.  Mein call pre flop mag manch einer als fragwürdig ansehen. Normalerweise würde ich 88 gegen einen raise folden oder  reraisen. Ich war mir aber aufgrund des Spielverlaufs sicher, dass mindestens 5 Leute den Flop sehen werden, so dass die implied odds gut genug würden. So war es dann ja auch. :D

Warum so viele Menschen pokern

Montag, 21. Januar 2008

Ist Poker nur eine vorrübergende Mode oder steckt mehr hinter diesem Massenphänomen? Bei meiner heutigen Lektüre von WELT ONLINE fand ich einen meiner Meinung nach sehr lesenswerten Artikel zu diesem Thema, den ich hier natürlich nicht vorenthalten möchte.


Ein Spiel erobert die Welt

von Matthias Wulff
Warum so viele Menschen pokern
Seit wenigen Jahren findet ein Kartenspiel immer mehr Anhänger: Weltweit pokern Hunderttausende im Internet, die Preisgelder gehen bei Turnieren in die Millionenhöhe. Warum wollen so viele Menschen sich gegenseitig das Geld abzuknöpfen? WELT ONLINE weiß die Antwort.[...] Link
Die WELT hat ausserdem noch ein Interview mit Chris Ferguson zu bieten: LINK
Viel Spaß beim Lesen.

P.S.: In den nächsten Tagen werde ich eine Hand History raussuchen und hier einstellen, bei der in einem Fix Limit Game ein Pot mit 51 Big bets bzw. 102 Big Blinds erreicht wurde. Es war phänomenal!

Eine Limit Poker Oase: Casino Duisburg

Montag, 12. November 2007

In der Innenstadt Duisburgs befindet sich Deutschlands jüngstes Spielcasino. Das zu Westspiel gehörende Casino wurde am 21.Februar 2007 im Rahmen der brandneuen Shopping Mall CityPalais feierlich eröffnet. Funkelnde Sterne, an der Decke hängende Leucht- und Himmelskörper katapultieren einen zwar nicht in den siebten Himmel, der Vegas-Style macht aber Lust auf Spiele und  Einsätze. Die Stadt am Niederrhein und am Rande des Ruhrgebiets, eher bekannt für Schimanski, Stahl und den MSV, erscheint in neuem Glanz

3 Pokertische stehen den Gästen zur Verfügung. An 2 Tischen wird in der Regel Fix Limit Holdem 5/10 gespielt und am dritten Tisch findet das für die Westspielcasinos fast schon klassische 10 – 50 Spread Limit Spiel statt (Blinds 5/10). Letzteres wird an einigen Abenden  rundenweise als Texas oder Omaha Hi gespielt. (siehe Programm unten)

Die Wartelisten sind lang, sehr lang, so dass man sich unbedingt vorher telefonisch anmelden sollte. Das tat ich natürlich auch und machte mich, so dachte ich, rechtzeitig auf den Weg. Die 100km rheinabwärts auf der A3 sollten auch an einem Freitagabend  locker in 1,5h zu schaffen sein. Da hatte allerdings ein LKW-Fahrer was dagegen und legte sein Fahrzeug in einer Baustelle auf die Seite. Die erforderlichen Bergungsmaßnahmen und der an den Nerven zehrende Stau kosteten mich weitere 1,5 h, so dass mein reservierter Platz natürlich längst vergeben war, als ich gegen 21:15 Uhr im Casino eintraf. Also musste ich noch mal über eine Stunde warten, bis endlich ein Platz am 5/10 Tisch frei wurde.

Das Spiel war gut: 2-3 Ahnungslose, 2 - 3 vorsichtige Neulinge und 3 - 4 solide Kartenspieler, wie sich schnell herausstellte.

Den Flop sahen meistens 4-6 Leute, es gab viele Cold Calls. Wer nicht mehr ganz so fit in NoFold´em Holdem ist, dem sei noch mal das Buch Small Stakes Hold ’em von Ed Miller, David Sklansky und Mason Malmuth ans Herz gelegt. Das ist eine gute Grundlage um bei diesen Spielen einen riesigen Spaß zu haben.

Ich schloss den Abend leider mit rund 10 BB im Minus ab, da ich 2-3 Hände richtig schlecht gespielt habe. Einmal gelang es mir nicht KJo in der SB auf einem J hi Flop zu folden, obwohl es klar war, dass wenigsten einer der beiden Action-Spieler ein Overpair hatte. Der Pot war einfach zu fett, da preflop 5 – 6 Leute für 3 bets dabei waren. ;-) Schon vor dem Flop übersah und überhörte ich die Erhöhung meines rechten Nachbarn, sagte fälschlicherweise Call um dann den Reraise meines linken Nachbarn noch nachzahlen zu dürfen. Mein Check Raise auf dem Flop bekam keinerlei Respekt, dennoch bezahlte ich noch den Turn. Das niedrige Limit und lockere Spiel ließen mich etwas unaufmerksam und zu optimistisch werden. Ich war gegen QQ unterwegs. Gewonnen hat allerdings ein Blackjack-Gambler mit ATo. Ein As auf dem River sicherte ihm einen ordentlichen Pot.

Dafür gewann ich die vielleicht spektakulärste Hand des Abends. Ich hatte mal wieder KJo. Eigentlich spiele diese Hand kaum aus mittlerer Position. An dem Abend, nach mehreren Calls, sah ich eine Gelegenheit dazu. Vielleicht lag es aber auch einfach an einem älteren Mitspieler, der Telly Savalas alias Kojak doubeln könnte. Die Ähnlichkeit war verblüffend. Ich bezahlte also als fünfter die Big Blind. 2 Positionen links von mir, im Cut Off, raist einer der soliden Jungs. Die Big Blind und die Limper callen, 6 Leute sind dabei.

Der Flop geht auf: KKK

Ja, es lagen tatsächlich drei Könige in der Mitte, die sich mit meinem Kojak bestens verstanden. Vierling, absolute Nuts! Der Pot ist mir sicher. Nur ein Gedanke schwirrt durch den Kopf: Wie bekomme ich die meiste Kohle rein? :-D

Bei dem Tisch legte ich mich schnell fest: Don´t slowplay. Ich spielte also an, der Preflop Raiser erhöhte natürlich und 2 weitere Spieler bezahlten. Ich callte nur, wollte meine Hand noch nicht preisgeben. Der Turn war meine Traumkarte, ein As. Ich war mir sicher, dass mindestens ein Ass draußen ist und mich ausbezahlt. Ich spiele also wieder an, gleicher Spieler raist wieder, alle anderen folden und ich reraise auf 30. Damit war meine Hand definiert. Er callt auch brav den River, eine unbedeutende Karte und zeigt mir Pocket Aces, second nuts. Ich freute mich über einen Pot mit 20 Big Bets. Ohne diesen wäre der Abend für mich wirklich unterirdisch verlaufen.

Übrigens: Asse gewannen an dem Abend keinen Pot mehr.

Link zum Spielangebot: Poker im Casino Duisburg

Landfermannstraße 6

47051 Duisburg

Reservierungen unter Telefon 02 03 / 7 13 92-270

Hollandcasino Valkenburg

Dienstag, 9. Oktober 2007

Hollandcasino Valkenburg

Letztes Wochnende war ich in Aachen, um einen neuen Maxdata-Rechner abzuholen.

Gerade mal 20min von Aachen entfernt, an der A79 Richtung Maastricht liegt der Kurort Valkenburg. Hollandcasino betreibt auf dem schönen und bekannten Cauberg ein im amerikanischen Stil gehaltenes Spielcasino.  Die 5 Pokertische veranlassten mich zu einem Abstecher.

Außer Dienstag kann man täglich ab 20.00 Uhr Texas Holdem spielen. Samstag und Sonntag wird bereits um 14.00 Uhr mit 10 € - Sit&Gos und einem  €2/4 Limit begonnen. Ab 20.00 Uhr folgen dann bis zu 3 NoLimit Holdem Tische mit € 2/2 Blinds. Minimum buy-in liegt bei 100 €, das Maximum ist 400€.  Am Dienstag beginnt das erste Cash Game aufgrund des Turniers später. Ich begrüße die buy-in Struktur, da es so keine spieltötenden Shortstacker gibt. Mir gehen die Leute, die sich immer wieder nur für das Minimum einkaufen, nämlich gewaltig auf die Nerven.

Da ich schon am frühen Nachmittags eintraf, lief zunächst nur ein cash game: Limt 2/4, das unglaublich loose war, mit Tendenz zu loose-aggressiv. Einige pots waren mehrmals capped. Auch die,  in denen ich die nuts hielt. Mit einem ersten Gewinn wechselte ich dann um 20 Uhr an einen NoLimit-Tisch. Dort war ich erstmal ziemlich card dead. Fast jede hand wurde auf das 6-7fache der Blind geraist. Ich limpte einmal mit 53s  und nach einem 10€  raise links von mir gingen noch 5 oder 6 Spieler mit. Also callte ich mal und floppte einen Drilling mit dem board K55. Gegen KQ mit einem kleineren Stack von 134 € ging es nach meinem check raise und reraise all-in und ich gewann den ersten Pot. Leider fand ich auch danach keine nennenswerten Karten mehr und ich entschied mich, nach 2 1/2 h auf den Weg zu machen. In meiner letzten Runde bekam ich dann endlich was Brauchbares: Könige. Ich raiste nach einem Limper auf 12€ und bekam 6 caller. Der Flop war König hoch mit möglichen Straight- und Flush-Draws. Also spielt ich gleich 60€ an und fand keinen Kunden. Ich fand es okay und verließ mit verdoppeltem Stack den Tisch um den Abend zu beenden.

Der rake ist in Hollandcasinos mit 5% relativ hoch, dafür wird kaum Trinkgeld erwartet. 1€ Tip pro Pot reichen eigentlich, bei großen Gewinnen kann man auch mal 2€ geben. Das Publikum ist sehr gemischt, an den Pokertischen saßen z.T. Jungs, die kaum wie18 aussahen. Dazwischen einige ältere Herren, die man besser nicht bluffen sollte ;-) und ein paar dubiose Gestalten, denen ich sonst lieber nicht begegne. Der Großteil dürfte so zwischen 25 und 45 gewesen sein.

Fazit: Das Casino und die Spiele sind eine sehr gute Alternative für Leute aus dem Rheinland. Man sollte aufgrund der Wartelisten aber zeitig vor Ort sein. Mich wird man dort demnächst wieder treffen können.

Wöchentliche Turniere:
Jeden Dienstag, abwechslend Freeze- Out-Turnier und No Limit-Turnier.
Turnier Freeze-out: €110
Turnier No limit: €60 (1000 Chips)
Re-buy: €50 (1000 Chips)
Add-on: €50 (1500 Chips)
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Infos zu De Valkenburg Series Of Poker 2007 vom 11. bis 14. Oktober gibt es hier.
Holland Casino Valkenburg
Kuurpark Cauberg 28
6301 BT Valkenburg aan de Geul (Limburg)
Telefon: 0031- 43 - 60 99 600
Fax: 0031- 43 - 60 99 699

Online Poker Review: EverestPoker

Montag, 8. Oktober 2007

Es war mal wieder an der Zeit einen neuen Online Pokerraum auszuprobieren. Ich entschied mich für EverestPoker, der derzeitigen Nummer 6 unter den Pokerräumen im Internet. EverestPoker war die erste Seite, die mehrsprachige Clients anbot, das Publikum ist also sehr international. Insbesondere vielen mir etliche Südeuropäer auf, deren Fremdsprachenkenntnisse inklusive Englisch oft nicht besonders ausgeprägt sind. Diese Leute spiele ich besonders gerne, sie spielen m.E. ungeduldiger und gehen leichter on tilt. Nur US-Amerikaner sucht man dort vergebens, Everest hat sie wie einige andere Seiten aufgrund des UIGEA (Unlawful Internet Gambling Enforcement Act) verbannt.

Als Bonus gab es 150$ , 100$ Willkommensbonus und 50$ Empfehlungsbonus, der schrittweise ausgezahlt wird. Pro Everest-Punkt gibt es 0,07$, die nach Verlassen eines Tisches direkt gut geschrieben werden. Für jeden Dollar rake gibt es 1 Everestpunkt. Ist der Hausanteil unter $1, erhalten die Spieler anteilig Everest-Punkte. Zusätzlich verdoppelt Everest die Punkte der ersten beiden Spieler eines Tisches. Falls man also fleißig Punkte sammeln möchte lohnt es sich neue Tische zu eröffnen. Gewisse heads-up- und short handed-skills sind natürlich Voraussetzung. Für die Punkte gibt es merchandise Ware oder man kauft sich damit am besten in die Echtgeldturniere ein.

Die Holdem Games waren in den mittleren bereichen durchweg soft und die Turniere mit garantiertem Preisgeld haben schon mal einen overlay. Für High Stakes Spieler hat EverestPoker allerdings kein Angebot, das Fix Limit endet bei 10$/20$ mit 5$/10$ Blinds, NoLimit erreicht bei 10/20 sein Maximum.

Die Software ist sehr übersichtlich, aber im Vergleich zu PokerStars und FullTiltPoker eher bescheiden und die Spiele sind relativ langsam. Besonders negativ fällt auf, dass außer Holdem kein anderes Spiel angeboten wird. Nicht nur mir ist das auf Dauer zu langweilig. Ich spiele zur Abwechslung gerne auch mal Omaha oder Stud-Varianten, die für solide Spieler sehr lukrativ sind.

Ein cash out zurück auf meinen Neteller-Konto dauerte 2 1/2 Tage und lag somit außerhalb des angegeben Service Levels von 48h.

Trotz einiger Nachteile kann ich die Seite aufgrund der Qualität der Spiele empfehlen. Insbesondere Limit Holdem ist dort noch ein voller Fischteich, während PokerStars im mittleren Fix Limit Bereich fast schon eine Wüste ist.

Hier geht´s zum Download. Ich wünsche viel Spaß und gute Hände auf dem Everest.

 

Poker als Lebensschule

Dienstag, 21. August 2007

Die Wirtschaftszeitung Financial Times Deutschland hat mich die Tage mit einem Artikel über die Ansichten des Juraprofessors Charles Nesson aus Harvard überrascht.

Nessons Konzept, dass er diese Woche auf einer Konferenz in Singapur vorstellen wird: Die Menschheit soll mehr Poker spielen. Und schon lösen sich die meisten gesellschaftlichen Probleme wie von selbst.

Er möchte das Kartenspiel weltweit an Schulen und Universitäten etablieren.

"Poker lehrt, selbstständig zu denken, es ist eine wesentliche Komponente der Individualität und ein zentraler Aspekt für das Verwalten der eigenen Ressourcen", sagt Nesson. Entscheider in der Wirtschaft könnten vom Poker lernen, wie man Verhandlungsgegner in die Falle laufen lässt. Teenager könne das Spiel Tugenden wie Geduld, Selbstbeherrschung und Respekt lehren. Jurastudenten verstünden durch Poker das Beweisrecht besser, und Diplomaten könnten die Kunst des Bluffens gewinnbringend in den internationalen Beziehungen anwenden. Für das persönliche Finanz- und Risikomanagement schließlich gebe es ohnehin kein besseres Lehrmittel als Poker, ist Nesson überzeugt. Durch das Kartenspiel lerne man, das Optimum aus den verfügbaren Ressourcen herauszuholen - und man lerne, wie man mit Anstand verliert.

Den vollständigen Artikel findet sich in der FTD vom 20.08.2007

Ich hoffe von Charles Nesson noch mehr zu hören. Als Pokerspieler teilt man natürlich sehr gerne seine Ansichten.

Dennoch erinnert er mich ein bisschen an den Wissenschaftler ;-) Timothy Leary, der in den 1960er und 1970er Jahren berühmt wurde, da er den freien und allgemeinen Zugang zu bewusstseinsverändernden Drogen propagierte.

Poker-Club Salzburg

Dienstag, 21. August 2007

Während meines Urlaubs hat mich dann doch noch die Pokerlust gepackt und ich bin für einen Abend über die Grenze ins nahe gelegene Salzburg aufgebrochen.

Als Deutsche können wir die Österreicher und ihre liberalen Möglichkeiten Pokerräume zu betreiben nur beneiden.

Die Geburtsstadt Mozarts mit seinen gerade mal 150.000  Einwohner bietet 4 Pokerclubs und 1 Casino.

Ich entschied aufgrund der guten Lage (direkt an der Autobahnausfahrt Nord hinter MacD) für den POKER-CLUB Salzburg-Nord (www.poker-club.at).

Ich traf an einem Donnerstag gegen 19 Uhr dort ein, an den 8-9 Tischen war absolut nix los. Dafür konnte ich mich noch für ein 20 € rebuy Turnier anmelden, dass um 20 Uhr starten sollte. 53 Spieler waren schließlich dabei.

Den ersten buy-in bekommt man als neuer Gast vom Club spendiert. Also nahm ich die Gelegenheit war, auch wenn ich mehr an einem cash game interessiert war. Die gab es erst nachdem die rebuy-Phase von 1h vorbei sein sollte. Ich schaffte es im 4. blind level (jeweils 20 min), in einer der ersten Hände nach der rebuy Phase ohne einen einzigen Pot gewonnen zu haben, auszuscheiden.

Das Spiel war bis dahin crazy und ich leider card dead. Ich musste 2 -3 spielbaren Hände preflop folden nachdem 2 Spieler all-in gingen und erwischte selbst aus den blinds keinen Flop. Meine beste hand war bis dahin AQo.

Nun aber zu der Hand mit der ich mich verabschiedete.

Level 4, Blinds 75/150, ich habe ca. 4.800 in chips. Ein preflop sehr loose und aggressiv spielender Typ rechts neben mir ist under the gun und eröffnet mit 450, ich erhöhe mit einem Pocket Pair Zehnen auf 1.000. Ein älterer, zahnloser Gambler, der vorher schon mal mit J8s zwei all-ins mitgegangen ist und gewann, callt noch in der small blind.

Der Flop geht auf mit TJ8. Ich treffe mein Set in einem gefährlichen Flop.

Mr. Zahnlücke wettet ohne Zögern 2.000 Chips, UTG steigt sofort aus und ich überlegte mir: Gleich all-in pushen oder bis zum Turn warten? Was hat der Kerl? JJ schließe ich aus, die hätte er nach meinen bisherigen Beobachtungen preflop all in gespielt.

Er hat den größeren Stack. Ich entschied mich also für den Turn und callte nur. Auf dem Turn geht alles rein, der Pot ist groß und ich komm ohnehin nicht mehr aus der Hand. Im besten Fall feuert er mit wenig bis gar nichts weiter. So nahm ich es mir vor.

Es turnt ein König, im Pot liegen 7.150 chips und die Zahnlücke geht sofort all-in. Ich schätzte ihn auf  2 Pair, ein Set Achten oder einen puren Bluff. AQ hielt ich aufgrund seiner Flop Wette in 2 weitere Spieler für unwahrscheinlicher, ist aber nicht auszuschließen. Ich callte also mit meinen letzten 1.800 chips. Der Bastard deckt natürlich den Straight mit AQ auf. Shit, also brauche ich doch noch das Full. Der River paart das Board leider nicht und ich konnte mir ein cash game suchen.

Es wurde PotLimit Holdem und später auch Omaha angeboten. Die Blinds sind 1/2, Minimum buy-in ist 20 Euro, ;-), Maximum 200 Euro. Mit gerade mal 100 Euro kaufte ich mich am höchsten ein. ;-) Die Leute dort ziehen lieber mehrmals 50 Euro auf. In Salzburg läuft es eben eine Nummer kleiner ab als in deutschen Casinos. Ich fand es okay, der Holdem-Tisch war sehr soft und angenehm zu spielen. Die Dealer sind gut ausgebildet und locker im Umgangston. Es wird sich z.B. nur geduzt.

Im Spiel wurde viel gelimpt und bis auf wenige Ausnahmen eher passiv agiert. Das konnte ich mit ein paar Karten ausnutzen, so dass ich meinen buy-in vervielfachen konnte.

Ich verbrachte also einen angenehmen, unterhaltsamen Abend unter Österreichern. Das Publikum war größtenteils zwischen 20 und Mitte 30, gemischt mit ein paar jung gebliebenen bis ca. 50.

Nur an den Dialekt und  das Flaschenbier konnte ich mich nicht gewöhnen. Nach 2 1/2 h cash game und 2 Heineken bekam ich Kopfschmerzen und  entschied mich den Abend zu beenden. An der Sprache lag es nicht. Der Spruch eines der etwas besseren Spieler in schönstem österreichischen Schmäh ließ mich den ganzen Abend schmunzeln:

„Das Pech, dass i an ainem obend hab, haben andere im gonzen Joa nät.!“

Online-Poker begeistert vornehmlich junge Generation

Samstag, 4. August 2007

Das Marktforschungsinstitut TNS Emnid http://www.tns-emnid.com hat im Auftrag des bwin-Portals http://www.pokerroom.com eine Umfrage zu Onlinepoker durchgeführt. Es wurden 1.000 Deutsche zu ihren Vorlieben im Zusammenhang mit Online-Pokerspiel befragt.

Sie kommt zu dem Ergebnis, dass der Boom von Onlinepoker in Deutschland in erster Linie bei der jungen Generation unter 30 Jahren stattfindet.

Rund ein Viertel der unter 30-jährigen Deutschen gab dabei an, Onlinepoker gerne auszuprobieren, 12 % haben schon einmal aktiv im Netz gepokert. Bei der älteren Generation lässt die Online-Spielfreude dagegen rapide nach. In der Gruppe der 40- bis 59-Jährigen zeigen nur drei Prozent Interesse an dem Internet-Glücksspiel. Noch verschwindender wird die Begeisterung bei den über 60-Jährigen. Unter den Umfrageteilnehmern fanden sich gerade einmal zehn Personen in dieser Altersgruppe, die am Online-Poker Freude haben.

Laut Studie wollen viele Nutzer, die sich die Grundregeln angeeignet haben, ihr Können online erweitern. Acht Prozent der unter 30-Jährigen spielen mindestens einmal pro Woche Online-Poker. Allein bei PokerRoom.com sind derzeit rund elf Mio. User
weltweit registriert.

Da hat Emnid nicht nur meine Meinung bestätigt, dass Onlinepoker insbesondere eine Sache von jungen, ambitionierten Internet Nerds ist, die in den Low und Middle Limit Bereichen sehr oft für einen schärferen Wettbewerb sorgen als er in Casinos und Spielbanken bei den Live Games herrscht.

"GLÜCK IM SPIEL" - Kinostart 28. Juni 2007

Mittwoch, 27. Juni 2007

Ein Mann treibt pokerspielend durch die glitzernden Nächte von Las Vegas, ist öfter broke als mit guter Bankroll ausgestattet, lernt dabei eine Frau vom Lande kennen, die von einer Gesangskarriere träumt und steckt in einem Vater-Sohn-Konflikt.

Ungefähr so lässt sich die Story des neuen Films von Regigesseur Curtis Hanson (LA Confidential) in einem Satz zusammenfassen. Der degenerierte Pokerspieler wird von dem für mich unbekannten Eric Bana gespielt. Ein lässiger Robert Duvall und die süße Drew Barrymore besetzen die weiteren Hauptrollen. Als Gegner am Pokertisch agieren Doyle Brunson, Sammy Farha, Barry Greenstein und andere bekannte Las Vegas Poker-Promis in Nebenrollen. Da ist es kein Wunder, dass der Typ dauernd pleite ist. :-D

Der Film weckt aufgrund der dünnen Story nicht gerade hohe Erwartungen. In den USA hat er nicht den gewünschten Erfolg erzielt und eher schlechte Kritiken bekommen. Aber als Pokerspieler schaut man ihn sich natürlich an. Ich habe ihn gesehen und er hat gut unterhalten. Mehr aber auch nicht.

Glück im Spiel (USA 2006)

Originaltitel: "Lucky You"
Regie: Curtis Hanson
Buch: Eric Roth, Curtis Hanson
Darsteller: Eric Bana, Drew Barrymore, Robert Duvall
Produktion: Lucky You Pictures Inc., DiNovi Pictures, Village Roadshow Pictures, Deuce Three Ps
Verleih: Warner
Länge: 124 Minuten
Start: 28. Juni 2007

offizielle Website

Medienwächter prüfen Pokersendungen

Freitag, 22. Juni 2007

Stefan Raab ist mit seiner Sendung "TV Total Pokerstars.de Nacht" ins Visier der Medienwächter geraten. Die Sendung wird überprüft. Aber auch andere Pokershows von DSF und DasVierte werden kritisiert. Der Vorwurf: Schleichwerbung. Logos der Sponsoren seien sehr deutlich und sehr lange zu sehen.

Nach § 4 (3) des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) ist Schleichwerbung unzulässig, weil jede Werbemaßnahme so beschaffen sein muss, dass ihr werbender Charakter von den Angesprochenen erkannt werden kann.

Mir fällt es schwer zu glauben, dass jemand die Werbung, insbesondere für Onlinepokerräume, nicht erkennt. Offensichtlicher geht es doch nicht und es verhält sich ähnlich wie beim Fußball oder im Radsport. Thomas Gottschalks unscheinbare Gummibären auf dem Sofatisch fallen da schon eher in die Kategorie Schleichwerbung.

Es bleibt zu hoffen, dass der Versuch, auf diesem Wege Poker im TV einzudämmen, erfolglos bleibt.

WSOP 2007: Hellmuth's Eleven

Dienstag, 12. Juni 2007

Phil Hellmuth hat bei der 38. WSOP Geschichte geschrieben und gestern, am 11.06.2007 als erster Spieler ein 11. Gold Bracelet gewonnen.

Er siegte im Event #15 der diesjährigen WSOP in dominater Weise, ein $1.500 No Limit Holdem Turnier. Die Pokerlegenden Doyle Brunson und Johnny Chan teilten sich mit ihm bis gestern den Titel mit jeweils zehn gewonnen Bracelets. Nun ist Phil alleiniger Rekordhalter.

“YES…YES…Oh Baby!” waren seine Worte nach der entscheidenden Hand. Sein A3o schlug ATs nachdem eine 3 auf das Board fiel. Ich stelle mir gerade genüßlich vor welche Show man hätte erleben können, wenn Hellmuth mit  AT gegen A3 verloren hätte.  ;-)

Das Preisgeld in Höhe von $637.254 würdigte er dann doch noch: "It´s a nice pile." Dabei spielt er die WSOP fast nur der Geschichte wegen.

Er wird zahlreiche Neider haben, da er für viele der nervigste, peinlichste, cholerischste und kindischste Spieler am Pokertisch ist. Ich mag ihn: Er ist ein genialer (Turnier)-Spieler mit etlichen Macken und enormen Unterhaltungswert. Ich wünsche ihm, dass es noch in diesem Jahr mit Bracelet No. 12 klappt.

PokerStars übernimmt FullContactPoker

Dienstag, 12. Juni 2007

PokerStars hat den wahrscheinlich beliebtesten Pokerspieler Daniel Negreanu unter Vertrag genommen. Gleichzeitig wird Daniel Negreanu´s kleine aber feine Pokersite FullContactPoker mit allen Spielern  vom Marktführer PokerStars übernommen. Die Bekanntgabe während der WSOP war überraschend. Aber angesicht der Tatsache, dass FullContactPoker in Folge des Onlinepokerverbots in den USA  nicht das angestrebte Wachstum erreichen konnte, nur logisch. Für den Kanadier lohnt sich dieser Schritt allemal. Nun ist er noch weniger auf das Poker spielen angewiesen und kann mehr Zeit mit Golfen und Videogames verbringen. ;-)