Poker-Club Salzburg

Dienstag, 21. August 2007

Während meines Urlaubs hat mich dann doch noch die Pokerlust gepackt und ich bin für einen Abend über die Grenze ins nahe gelegene Salzburg aufgebrochen.

Als Deutsche können wir die Österreicher und ihre liberalen Möglichkeiten Pokerräume zu betreiben nur beneiden.

Die Geburtsstadt Mozarts mit seinen gerade mal 150.000  Einwohner bietet 4 Pokerclubs und 1 Casino.

Ich entschied aufgrund der guten Lage (direkt an der Autobahnausfahrt Nord hinter MacD) für den POKER-CLUB Salzburg-Nord (www.poker-club.at).

Ich traf an einem Donnerstag gegen 19 Uhr dort ein, an den 8-9 Tischen war absolut nix los. Dafür konnte ich mich noch für ein 20 € rebuy Turnier anmelden, dass um 20 Uhr starten sollte. 53 Spieler waren schließlich dabei.

Den ersten buy-in bekommt man als neuer Gast vom Club spendiert. Also nahm ich die Gelegenheit war, auch wenn ich mehr an einem cash game interessiert war. Die gab es erst nachdem die rebuy-Phase von 1h vorbei sein sollte. Ich schaffte es im 4. blind level (jeweils 20 min), in einer der ersten Hände nach der rebuy Phase ohne einen einzigen Pot gewonnen zu haben, auszuscheiden.

Das Spiel war bis dahin crazy und ich leider card dead. Ich musste 2 -3 spielbaren Hände preflop folden nachdem 2 Spieler all-in gingen und erwischte selbst aus den blinds keinen Flop. Meine beste hand war bis dahin AQo.

Nun aber zu der Hand mit der ich mich verabschiedete.

Level 4, Blinds 75/150, ich habe ca. 4.800 in chips. Ein preflop sehr loose und aggressiv spielender Typ rechts neben mir ist under the gun und eröffnet mit 450, ich erhöhe mit einem Pocket Pair Zehnen auf 1.000. Ein älterer, zahnloser Gambler, der vorher schon mal mit J8s zwei all-ins mitgegangen ist und gewann, callt noch in der small blind.

Der Flop geht auf mit TJ8. Ich treffe mein Set in einem gefährlichen Flop.

Mr. Zahnlücke wettet ohne Zögern 2.000 Chips, UTG steigt sofort aus und ich überlegte mir: Gleich all-in pushen oder bis zum Turn warten? Was hat der Kerl? JJ schließe ich aus, die hätte er nach meinen bisherigen Beobachtungen preflop all in gespielt.

Er hat den größeren Stack. Ich entschied mich also für den Turn und callte nur. Auf dem Turn geht alles rein, der Pot ist groß und ich komm ohnehin nicht mehr aus der Hand. Im besten Fall feuert er mit wenig bis gar nichts weiter. So nahm ich es mir vor.

Es turnt ein König, im Pot liegen 7.150 chips und die Zahnlücke geht sofort all-in. Ich schätzte ihn auf  2 Pair, ein Set Achten oder einen puren Bluff. AQ hielt ich aufgrund seiner Flop Wette in 2 weitere Spieler für unwahrscheinlicher, ist aber nicht auszuschließen. Ich callte also mit meinen letzten 1.800 chips. Der Bastard deckt natürlich den Straight mit AQ auf. Shit, also brauche ich doch noch das Full. Der River paart das Board leider nicht und ich konnte mir ein cash game suchen.

Es wurde PotLimit Holdem und später auch Omaha angeboten. Die Blinds sind 1/2, Minimum buy-in ist 20 Euro, ;-), Maximum 200 Euro. Mit gerade mal 100 Euro kaufte ich mich am höchsten ein. ;-) Die Leute dort ziehen lieber mehrmals 50 Euro auf. In Salzburg läuft es eben eine Nummer kleiner ab als in deutschen Casinos. Ich fand es okay, der Holdem-Tisch war sehr soft und angenehm zu spielen. Die Dealer sind gut ausgebildet und locker im Umgangston. Es wird sich z.B. nur geduzt.

Im Spiel wurde viel gelimpt und bis auf wenige Ausnahmen eher passiv agiert. Das konnte ich mit ein paar Karten ausnutzen, so dass ich meinen buy-in vervielfachen konnte.

Ich verbrachte also einen angenehmen, unterhaltsamen Abend unter Österreichern. Das Publikum war größtenteils zwischen 20 und Mitte 30, gemischt mit ein paar jung gebliebenen bis ca. 50.

Nur an den Dialekt und  das Flaschenbier konnte ich mich nicht gewöhnen. Nach 2 1/2 h cash game und 2 Heineken bekam ich Kopfschmerzen und  entschied mich den Abend zu beenden. An der Sprache lag es nicht. Der Spruch eines der etwas besseren Spieler in schönstem österreichischen Schmäh ließ mich den ganzen Abend schmunzeln:

„Das Pech, dass i an ainem obend hab, haben andere im gonzen Joa nät.!“

Volles Haus!

Freitag, 23. Februar 2007


Ich spielte ernsthaft mit dem Gedanken meinen Pokertisch zu verkaufen. So schön er auch aussieht und das Wohnzimmer dominiert, so wurde er in den letzten Monaten von der guten, alten Runde verlassen.
Einige haben das Pokern aufgegeben, sind in andere Städte gezogen oder spielen inzwischen live in Casinos Die ewigen Differenzen über das buy-in und das ewige Zögern der NoLimitHoldemTurnierSpieler an einem anständigem cash game teilzunehmen stimmte mich auch nicht gerade optimistisch, als ich am Donnerstag eine Mail rausschickte und für den Samstagabend zu einer Pokerrunde einlud.
Selbst am Samstag Mittag war es noch unklar, ob die 6 Leute, die es sein sollten, auch kommen würden. Es war schliesslich Karneval.
Gegen 18 Uhr dann die Überraschung, das Telefon klingelte laufend und um 20:30 versammelten sich 16 Leute in meinem Wohnzimmer von denen 12 spielen wollten.
Wir starteten ein No Limit Holdem Turnier mit 2 Tischen. Jeder erhielt 5000 Startchips, die Blinds begannen bei 25/50, ein Level dauerte 20 min.
Die ersten beiden Level verliefen unheimlich zäh, es gab fast keinen Showdown und das Spiel war sautight. Meine Könige in früher Position bekamen nach einem Raise auf das 3fache der Big Blind leider keinen Kunden. So fing ich an looser zu spielen, habe mehrmals gelimped und so den ein oder anderen Pot aufpicken können.
Im dritten Blindlevel begann dann auch die Action. Es gab mehrere große Pötte und All-ins und die ersten 2 Spieler schieden mit schlechterem Kicker aus. ;-)

In dieser Phase gab es dann folgende Hand:
Michael raised den Blind 4fach. Alle folden, ich finde 2 Queens auf dem Button. Was nun? Michael ist auch eher tight, er wird schon was haben. Ich tippe auf ein kleines Paar oder AK, mit Assen oder Königen hätte er weniger erhöht. Ich entscheide mich für den Reraise, in der Hoffnung die Hand heads-up zu spielen.
Bei meinen Überlegungen habe ich leider Anna vergessen, die aufgeregt aus der BigBlind mit ihrem Shortstack all-in geht.
Michael schmeisst seine Karten weg. Starker Fold, kann ich da nur sagen.
Selbstverständlich calle ich den geringen Betrag mehr und schaue auf Annas Jacks. Als sie meine Queens sieht wird ihr klar, dass sie mich zwar richtig gelesen, aber das falsche getan hat.Das Board hilft ihr nicht und sie ist als 10. eliminiert.
Das war eine kleine Genugtuung für den Beat, den sie mir bei dem Turnier in Mainz verpasst hat, als ich mit Zehnen gegen ihr K9 verloren habe.

Der Final Table konnte starten.
Schnell war Hanno als nächster eliminiert und ich sollte auch bald dran sein, trotz meines überdurchschnittlichen Stacks.
Dazu brauchte ich gerade mal 3 Hände.

Hand 1:
Ollie, ein vorsichtiger rookie raised under the gun das 5fache der Blind, alle folden und ich schaue auf Jacks in der Big Blind.
Mir war klar, dass er eine starke Hand hat, mein erster Gedanke war die Jacks offen zu folden. Aber auch ich vertraute nicht auf meine Instinkte und machte den call.
Der Flop besteht aus low cards .Um zu wissen wo ich stehe spiele ich klein an, ungefähr ein Drittel des Pots. Er ging nur mit und die Hoffnung, dass er nur auf AK sitzt wurde genährt.
Der Turn war das gleiche Prozedere. Mit einer kleinen Wette kann ich ihn von einer großen abhalten. River ist eine Blank und ich checke. Er checked nach kurzem zögern auch und diesmal verliere ich mit Pocket Jacks gegen Queens.
Im Grunde war ich froh darüber, wie die Hand verlaufen ist. Ich habe relativ billig den Showdown mit einem Overpair gesehen, wobei mir klar war, dass es womöglich nicht reichen würde.
Ich war einfach zu neugierig , wollte wissen was er so spielt. Das zahlt sich die nächsten Male hoffentlich aus.

Hand 2:
Ich finde 77 und erhöhe in mittelerer Position das 4fache der Big Blind. Jan "Titanic" sagt raise, nennt dazu aber einen zu kleinen Betrag. Ich weise ihn darauf hin und auf einmal macht er nur einen Call. Streng genommen hätte er den raise vervollständigen müssen, aber ich fand es ok, zumal alle anderen Spieler folden. Der Flop kommt A68.
Ich checke, bereit den Pot bei einer Wette aufzugeben. Jan musste mich zu diesem Zeitpunkt geschlagen haben, mit AK oder einem höheren Paar als 7er. Er checked auch. Das hat mich überrascht, die Chance, dass er kein As hält steigt. Der Turn ist eine 9 und gibt mir zusätzliche outs durch einen open end straight draw. Was macht man in so einer Situation? Checke ich, wettet er höchstwahrscheinlich und ich muss die Hand aufgeben. Spiele ich an, schaffe ich es vielleicht, dass er ein höheres Pocket Pair aufgibt. Ich entscheide mich und wette den halben Pot. Jan geht daraufhin schnell all-in. Der Plan ist also geplatzt, er hat mehr chips als ich und definitiv die bessere Hand, ein höheres Paar oder sogar ein Set (Drilling). Ich zögere noch etwas und steige aus. Der Pot war auch teuer, es bleiben mir ca. 10 BigBlinds. Jan zeigt mir schliesslich seine Pocket Queens. Es war von mir nicht gerade gut gespielt, die Wette auf dem Turn war vermutlich falsch oder zu klein, aber den move hätte ich ihm nicht unbedingt zugetraut. Respekt!
Jan, das nächste mal habe ich das As oder ein Set, nimm dich also in Acht! ;-)

Hand 3:
4 Spieler limpen, ich sehe unter AJo in der Big Blind und gehe direkt all-in in der Hoffnung einfach nur den Pot ohne Flop zu kassieren.
Ollie called, er sitzt mit einem ziemlich großen Chipstapel links neben mir, alle anderen folden. Er dreht 66. Ok, damit kann ich leben. Ich bin nicht dominiert.
Der Flop KQX gibt mir noch die Zehnen als outs, aber es sollte einfach nicht sein und ich bin als 7. eliminiert.
Zwei Neue, Michael und Dirk, die zum ersten mal dabei sind, werden Erster und Zweiter.
Jan hat es mit seiner Titanic-Taktik (langsam untergehen) als 3. ins Preisgeld geschafft.
Herzlichen Glückwunsch.